Das Projekt „Datenpoeten“ schlägt eine ortsbasierte Designforschungsmethodik vor, die die Spannung zwischen der erfahrungsbezogenen Natur des menschlichen sensorischen Engagements und dem Potenzial generativer KI, sozio-ökologische Erkenntnis in städtischen Räumen zu gestalten oder zu verzerren, untersucht. Dieser Ansatz sieht den Menschen als Praktiker und verkörperten Akteur, nicht als Datenquelle, bei der Erkundung städtischer Umgebungen. Das Projekt zielt darauf ab, objektivistische Daten-Narrativen der urbanen Ökologie (der Untersuchung von Beziehungen zwischen Lebewesen, hier mit Fokus auf Menschen, und der Umwelt) entgegenzuwirken und betont die subjektiven, phänomenologischen Aspekte des städtischen Lebens. Die Datenpoeten sind KI-gestützte Geräte, die für den Einsatz in psychogeografischen Spaziergängen konzipiert wurden (produziert 2020, unter Verwendung von GPT-2 und Google Vision), sowie eine offene interaktive Website, inspiriert von den Geräten (produziert 2024, unter Verwendung von GPT-4V). Die Geräte dienen als Datensammler und dialogische 'Anderen', die die sensorischen Erfahrungen der Teilnehmer interpretieren, widerhallen oder kontrastieren. Diese Interaktion schafft einen kritischen und dialogischen Raum, in dem der Output der KI zu einem reflektiven Text wird, der faszinierend ist für seine Fähigkeit, sowohl mit als auch von menschlichen Wahrnehmungen abzuweichen. Der Artikel diskutiert, was durch menschliche Sinne und Kognition wahrgenommen und erinnert werden kann: die Gerüche, Geräusche, Texturen und gelebten Erfahrungen der Stadt und wie KI Dialoge provozieren kann, um eine Interpretation dieser Erfahrungen zu erzeugen. Angesichts der aktuellen Debatten über den Einsatz von KI-Technologien in der Stadtforschung möchte ich ihre epistemologischen und ontologischen Implikationen in städtischen Kontexten kritisieren.
Gaston Welisch (Tue,) hat diese Frage untersucht.