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Die photoperiodische Zeitmessung ist die Fähigkeit von Pflanzen und Tieren, Unterschiede in der Tages- und Nachtlänge (Photoperiod) zu messen und diese Informationen zu nutzen, um kritische saisonale Veränderungen, wie z. B. jährliche Temperaturschwankungen, vorherzusehen. Dieses Zeitmessphänomen löst adaptive Reaktionen in höheren Organismen aus, wie z. B. die Stimulation der Geschlechtsorgane, das Blühen und die Winterstarre. Unerwartet beobachteten wir diese Fähigkeit bei Cyanobakterien – einzelligen Prokaryoten mit Generationszeiten von nur 5 bis 6 Stunden. Cyanobakterien, die kurzen, winterähnlichen Tagen ausgesetzt waren, entwickelten eine erhöhte Kälte-Resistenz, vermittelt durch die Desaturierung von Membranlipiden und unterschiedliche Programme der Genexpression, einschließlich Stressreaktionswege. Wie bei Eukaryoten erforderte diese photoperiodische Zeitmessung ein intaktes zirkadianes System und entwickelte sich über mehrere Zyklen des Photoperiods. Daher entwickelte sich die photoperiodische Zeitmessung in wesentlich einfacheren Organismen als zuvor angenommen und ermöglichte genetische Reaktionen auf saisonal wiederkehrende Stressfaktoren.
Jabbur et al. (Do,) haben diese Frage untersucht.