Dieser Meinungsartikel untersucht die komplexe Beziehung zwischen Open-Access (OA)-Publishing und der Dekolonisierung der Wissenschaft und hebt hervor, wie aktuelle OA-Modelle unabsichtlich koloniale Machtverhältnisse in der Wissensproduktion und -verbreitung aufrechterhalten können. Während Forschungsinstitutionen im Globalen Norden zunehmend für Open-Access-Artikel zahlen, um die Forschung öffentlich zugänglich zu machen, schaffen die Artikelbearbeitungsgebühren (APCs) erhebliche Barrieren für Forscher aus dem Globalen Süden. Diese Gebühren, die typischerweise in starkvaluierte Währungen wie Euro oder US-Dollar anfallen, kombiniert mit Übersetzungskosten für nicht-englischsprachige Länder und reduzierten Finanzierungen für die Wissenschaft in vielen Ländern des Globalen Südens, verstärken bestehende Ungleichheiten. Das Papier stützt sich auf dekoloniale Forschung, insbesondere Walter Mignolos Konzept der Geopolitik des Wissens, um zu analysieren, wie die Bedingung der Veröffentlichung sowohl an westliche akademische Modelle als auch an wirtschaftliche Ressourcen die Nord/Süd-Abhängigkeit vertieft und die euro/anglozentristische Hegemonie in der Wissenschaft aufrechterhält. Während zunehmend prestigeträchtige Zeitschriften ausschließlich OA mit obligatorischen APCs werden, stehen Forscher aus weniger finanzierten Institutionen vor zunehmender Exklusion von der Wissensproduktion, selbst wenn der Zugang zu Wissen theoretisch demokratischer wird. Der Artikel schließt mit dem Hinweis auf aufkommende Initiativen zur Behebung dieser Ungleichheiten, einschließlich der nicht zahlenden öffentlich zugänglichen Systeme und Open-Access-Zeitschriften im Globalen Süden, betont jedoch, dass die Dekolonisierung von Wissenschaft und Open-Access-Publishing Hand in Hand gehen sollte, um eine gerechtere und inklusivere wissenschaftliche Landschaft zu schaffen, die diverse Wissenssysteme wertschätzt.
Bonatti et al. (Wed,) haben diese Frage untersucht.