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Hintergrund Medizinstudierende und Ärztinnen und Ärzte sehen sich in der klinischen Praxis verschiedenen Herausforderungen gegenüber. Einige dieser Herausforderungen beziehen sich auf ethische Fragestellungen. Daher ist die Vermittlung von Ethik beziehungsweise der Aufbau moralischer Kompetenzen ein integraler Bestandteil des Medizinstudiums in Deutschland und vielen anderen Ländern geworden. Bislang gibt es nur wenige Erkenntnisse zur moralischen Kompetenz von Medizinstudierenden. Methoden Eine selbstadministrierte Befragung unter Medizinstudierenden einer deutschen medizinischen Fakultät im ersten (Kohorte 1) und fünften Semester (Kohorte 2) im Wintersemester 2019/20 (T0). Beide Kohorten erhielten ein Jahr später im Wintersemester 2020/21 (T1) denselben Fragebogen. Die Bewertung erfolgte mittels Lind’s Moral Competence Test. Wir führten eine Gelegenheitsstichprobe durch. Die Daten wurden mit beschreibender Statistik und C-Scores als Maß der moralischen Kompetenz analysiert (höhere Werte = höhere Kompetenz, ≥ 30 Punkte = hohe Kompetenz). Ergebnisse Insgesamt nahmen 613 Studierende an der Studie teil (Rücklaufquote 67,5 %, n = 288 mit Daten für beide Zeitpunkte). 69,6 % der Teilnehmenden waren weiblich, das Durchschnittsalter betrug 21,3 Jahre. Der mittlere C-Score für beide Kohorten zu T0 (erstes und fünftes Semester) beträgt 32,5 ± 18,0 und zu T1 (drittes und siebtes Semester) 30,4 ± 17,9. Insgesamt zeigten 6,6 % (T0) und 6,7 % (T1) der Befragten eine geringe, aber vorhandene moralische Kompetenz. 3,3 % (T0) bzw. 3,0 % (T1) zeigten keine moralische Kompetenz. Zusätzlich erzielten Studierende ohne vorherige Erfahrung im Gesundheitswesen einen um 3,0 Punkte höheren Wert. Schlussfolgerungen Verbesserung der Erhebung der moralischen Kompetenz sowie effektive Interventionen sind besonders nötig, um jene Studierenden zu unterstützen, die als wenig moralisch kompetent identifiziert wurden.
Nadolny et al. (Mittwoch,) haben diese Fragestellung untersucht.
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