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Zusammenfassung Die öffentliche Wahrnehmung internationaler Organisationen (IOs) hat zunehmende Bedeutung erlangt. Während Akteure der Weltpolitik verstärkt versuchen, IOs zu legitimieren oder zu delegitimieren, beginnen Wissenschaftler, diese Phänomene systematisch zu untersuchen. Dieser Beitrag liefert die umfassendste Studie zur (De)Legitimation von IOs bis heute. Aufbauend auf der Cueing-Theorie und unter Berücksichtigung von Input- und Output-Legitimität untersuche ich die isolierten und kombinierten Effekte von Delegitimierung und Selbstlegitimierung auf die öffentliche Wahrnehmung von IOs. Ich konzentriere mich dabei auf Regierungskritik und Bürgerproteste als zwei hervorgehobene Praktiken der Delegitimierung. Zur Untersuchung der Selbstlegitimierung fokussiere ich öffentliche Erklärungen und institutionelle Reformen von IOs. Die öffentliche Meinung zu UN, Weltbank und WHO wird analysiert, da diese IOs unterschiedliche funktionale Anwendungsbereiche und Salienz-Level repräsentieren. Im Jahr 2021 führte ich Umfrageexperimente mit mehr als 32.000 Bürgern in zehn Ländern weltweit durch (Australien, Kanada, Kolumbien, Ägypten, Frankreich, Ungarn, Indonesien, Kenia, Südkorea und Türkei), gewichtet nach Alter, Geschlecht, Region und Bildung. Meine Hauptbefunde sind: Delegitimierung durch Regierungen und Bürgerproteste ist je nach betroffener IO begrenzt wirksam. Während Selbstlegitimierungserklärungen und Reformen der IOs selbst die öffentliche Unterstützung für IOs nicht steigern, sind sie allgemein effektiv darin, Versuche der Delegitimierung durch Regierungen und Bürgerproteste zu neutralisieren.
Farsan Ghassim (Do,) hat diese Fragestellung untersucht.