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Zusammenfassung: Im Sommer 1939 wurde die jüdische Gemeinde im Mandats-Palästina von einem schrecklichen Fall des Infantizids erschüttert: Ein Vater wurde vor dem britischen Mandatsgericht wegen Mordes angeklagt, weil er seinen fünf Tage alten Säuglingssohn lebendig begraben hatte. Im Gegensatz zu anderen Tötungsdelikten, die im Gericht besprochen wurden, änderte die Intervention eines Wissenschaftlers nach der endgültigen Urteilsverkündung die Entscheidung des Gerichts vollständig. Dieser Artikel zeigt, wie eine vergessene Geschichte als Fallstudie für die breiteren kulturellen, sozialen und rechtlichen Kontexte dienen kann, in denen sie stattfand. Durch eine interdisziplinäre Untersuchung eines spezifischen Falls erforscht der Artikel die Machtverhältnisse und kulturellen Verhandlungen zwischen jüdischen Bewohnern und britischen Beamten in Palästina sowie zwischen Juden unterschiedlicher Herkunft und auch innerhalb des britischen Rechtssystems selbst. Diese Untersuchung deckt die Rolle europäisch-jüdischer Orientalisten auf, die zwischen britischen Behörden und Mizrahi-Juden vermittelten und dabei die sich ändernden Einstellungen imperialer hochrangiger juristischer Beamter gegenüber den kolonialen Subjekten effizient nutzten. Sie hebt ein einzigartiges Merkmal des jüdischen akademischen Orientalismus hervor: Die Integration in eine jüdisch-nationale Gesellschaft beinhaltete zuvor unbekannte Pflichten, die mit der umfassenden zionistischen sozialen Initiative zu tun hatten.
Hanan Harif (Fri,) hat diese Frage untersucht.