Zusammenfassung Menschen, die unter Dysphorie leiden, rufen autobiografische Erinnerungen ab, die im Inhalt und im Affekt verzerrt sind, was zur Ätiologie und Aufrechterhaltung von Depressionen beitragen kann. Wichtige Gedächtnisschwierigkeiten bei Dysphorie bleiben jedoch schwer fassbar, da die Theorien uneinig sind, wie Erinnerungen unterschiedlichen Valenzes verändert werden. Hier bewerteten wir den psychophysiologischen Ausdruck von Affekt und abgerufene episodische Details, während Teilnehmer mit Dysphorie (aber ohne diagnostizierte psychische Erkrankung) und Teilnehmer ohne Dysphorie positive, negative und neutrale Erinnerungen lebten. Wir zeigen, dass Teilnehmer mit Dysphorie positive Erinnerungen mit vermindertem episodischen Detail und negative Erinnerungen mit verbessertem Detail abrufen, im Vergleich zu Teilnehmern ohne Dysphorie. Dies entspricht dem Negativitätsbias, jedoch nicht den Theorien des übergeneralisierten Gedächtnisbias. Laut bestätigenden Analysen drücken Teilnehmer mit Dysphorie ebenfalls verminderten positiven Affekt und erhöhten negativen Affekt beim Abruf glücklicher Erinnerungen aus, aber explorative Analysen legen nahe, dass dieser Anstieg des negativen Affekts möglicherweise nicht robust ist. Weitere bestätigende Analysen zeigten, dass affektive Reaktionen auf Erinnerungen nicht mit episodischen Details in Verbindung stehen und bereits während der Erfahrung neuer emotionaler Ereignisse präsent sind. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass affektive Gedächtnisverzerrungen möglicherweise nicht aus mnemonic Prozessen entstehen, sondern aus allgemeinen Verzerrungen im positiven Affekt, was die Annahmen von Gedächtnistheorien und therapeutischen Ansätzen in Frage stellt. Protokollregistrierung: Das Stage-1-Protokoll für diesen registrierten Bericht wurde am 18. März 2021 grundsätzlich angenommen. Das Journal hat das Protokoll akzeptiert, und es kann unter https://doi.org/10.6084/m9.figshare.14605374.v1 eingesehen werden.
Duken et al. (Tue,) haben diese Frage untersucht.