Die Beziehung zwischen der Integrierten Informationstheorie (IIT) und dem Frei-Energie-Prinzip (FEP) bleibt ungelöst, insbesondere in Bezug darauf, wie integrierte Information, die als intrinsisches Substrat des Bewusstseins vorgeschlagen wird, sich innerhalb der variationalen bayesischen Inferenz verhält. Wir untersuchten dieses Problem mit Hilfe von dissoziierten neuronalen Kulturen, die zuvor gezeigt hatten, dass sie Wahrnehmungsinferenz im Einklang mit dem FEP durchführen. Wiederholte Stimulation aus verborgenen Quellen induzierte eine robuste Quellenselektivität: die variationale freie Energie (VFE) nahm über die Sitzungen hinweg ab, während die Genauigkeit und die bayesische Überraschung (Komplexität) zunahmen. Analysen auf Netzwerkebene zeigten, dass ein Proxymaß für integrierte Information und die Größe des Hauptkomplexes einer hügelartigen Trajektorie folgten, wobei informative Kerne diverse neuronale Aktivität organisierten. Über die Experimente hinweg korrelierte die integrierte Information stark und positiv mit der bayesischen Überraschung, bescheiden und heterogen mit der Genauigkeit und zeigte keine signifikante Beziehung zur VFE. Die positive Kopplung zwischen Φ und bayesischer Überraschung spiegelt wahrscheinlich die Vielfalt der in kritischen Dynamiken beobachteten Aktivität wider. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die integrierte Information spezifisch während der Aktualisierung von Überzeugungen zunimmt, wenn sensorische Eingaben am informativsten sind, anstatt die Effizienz des Modells nachzuvollziehen. Die hügelartige Trajektorie von Φ während der Inferenz kann funktional als Übergang von Erkundung zu Ausbeutung interpretiert werden. Diese Arbeit liefert empirische Beweise, die das physikalische Konzept des Bewusstseins, das von der IIT vorgelegt wurde, mit der funktionalen Perspektive des FEP verknüpfen und zu einem einheitlichen Rahmen für die Mechanismen und adaptiven Rollen der Phänomenologie beitragen.
Mayama et al. (Sun,) haben diese Frage untersucht.