Zusammenfassung Diese Studie untersucht die Eigenschaften und Entstehungsmechanismen von Ozeanmikroseismen im nördlichen Okinawa-Graben‐Ryukyu-Bogen‐Graben-System unter Verwendung kontinuierlicher Aufzeichnungen von In-situ-Ozeanboden-Seismometern und benachbarten Landstationen, integriert mit den ERA5-Klima- und Ozean-Nachanalysedaten. Die Leistungsspektraldichten (PSD) der doppelfrequenten Mikroseismen (DFM) weichen erheblich vom klassischen Peterson-Modell im Periodebereich von 0.8–4 s ab und deuten auf regionale Geräuschmerkmale hin, die möglicherweise nicht vollständig durch globale Referenzkurven erfasst werden, insbesondere in komplexen marinen Umgebungen. Zwei deutliche DFM-Peaks werden bei 2–6 s (SPDFM) und 6–10 s (LPDFM) identifiziert, die beide während der Wintermonsune und Taifune zunehmen, da starke saisonale Winde hochenergetische Wellen erzeugen, die effizient mit dem Meeresboden koppeln und die Mikroseismaktivität verstärken. SPDFM-PSDs korrelieren stark mit der signifikanten Wellenhöhe (SWH) in marginalen Meeren, wie dem Ostchinesischen Meer, wo lokale Wellenbedingungen und bathymetrische Barrieren vorherrschend asymmetrische Energieverteilungen bestimmen. Im Gegensatz dazu zeigt LPDFM breitere, symmetrischere Korrelationen mit SWH, die sich bis in die tiefere philippinische See und den Westpazifik erstrecken. Einzelfrequenz-Mikroseismen (SFM, 10–20 s) zeigen ähnliche Muster, jedoch schwächere Korrelationen, wobei sowohl LPDFM als auch SFM mit fernen Schwellungen aus dem Nordatlantik und dem äquatorialen Indischen Ozean verbunden sind. Die Polarisationanalyse zeigt, dass Love-Wellen SPDFM dominieren, mit Beiträgen von S-Wellen, während Sedimentbedeckung und topografische Merkmale die Wellenaufspaltung komplizieren. Diese Ergebnisse unterstreichen die Rolle lokaler und ferngelegener Wellenquellen, atmosphärischer Bedingungen und bathymetrischer Unregelmäßigkeiten bei der Modulation der Mikroseismengenerierung und -ausbreitung und bieten einen Rahmen zum Studium der Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Ozean und festem Erdinneren.
Arya et al. (Wed,) haben diese Frage untersucht.