Bedeutung: Krankenhausaufenthalte bei älteren Erwachsenen führen zu einem Rückgang der Alltagsaktivitäten, und Länder mit demografischem Altern sehen sich steigenden Krankenhausaufenthaltsraten und Gesundheitskosten gegenüber. Es werden Gesundheitssysteme benötigt, die die Wahrscheinlichkeit von Krankenhausaufenthalten wegen ambulant behandelbarer Erkrankungen (ACSC) bei älteren Bevölkerungsgruppen reduzieren können. Ziel: Umfassende Bewertung des Zusammenhangs zwischen regionalen Faktoren und der Wahrscheinlichkeit von ACSC-Krankenhausaufenthalten bei älteren Erwachsenen sowie des Ausmaßes, in dem regionale Faktoren diese Wahrscheinlichkeit erklären. Design, Setting und Teilnehmer: Eine retrospektive Kohortenstudie in der Präfektur Hokkaido, Japan, die sich auf Teilnehmer im Alter von 65 Jahren oder älter konzentrierte, die durch gemeindebasierte oder altersabhängige Krankenversicherung (alle Erwachsenen ab 72 Jahren) abgedeckt waren und zwischen Juli und Dezember 2022 mindestens 2 Arztbesuche hatten. Die Patienten wurden bis Dezember 2023 nachverfolgt. Exposition: Erklärende Variablen umfassten kommunale Faktoren des Wohnorts, die gemäß dem Andersen-Verhaltensmodell kategorisiert wurden, das die Nutzung von Gesundheitsdiensten als Funktion von predisponierenden, ermöglichenden und bedarfsbezogenen Faktoren konzipiert. Auf kommunaler Ebene wurden 9 predisponierende, 11 ermöglichende und 10 bedarfsbezogene Faktoren berücksichtigt. Hauptausgänge und Messungen: Der primäre Ausgang war die binäre Variable, ob eine Person zwischen Januar und Dezember 2023 wegen ACSCs stationär aufgenommen wurde. Ergebnisse: Unter den 1.272.960 Teilnehmern (medians IQR Alter, 78 73-84 Jahre; 762 118 59,9% Frauen) hatten 51.623 (4,1%) ACSC-Krankenhausaufenthalte: 9492 wegen akuten Erkrankungen, 41.271 wegen chronischen Erkrankungen und 3779 wegen impfpräventabler Erkrankungen. Eine multilevel-logistische Regressionsanalyse, bei der Individuen auf Ebene 1 und Gemeinden auf Ebene 2 berücksichtigt wurden, ergab, dass 6,0% der Varianz auf kommunale Faktoren zurückzuführen waren. Eine niedrigere Wahrscheinlichkeit für Krankenhausaufenthalte war mit mehr Kliniken (Odds Ratio OR, 0,933; 95% CI, 0,881-0,988), Rehabilitationsbetten für Langzeitpflege (OR, 0,996; 95% CI, 0,993-0,999) und höherer finanzieller Stärke (OR, 0,359; 95% CI, 0,236-0,548) verbunden; häusliche Unterstützungsanlaufstellen zeigten eine ähnliche Richtung (OR, 0,807; 95% CI, 0,636-1,024). Eine höhere Wahrscheinlichkeit war mit mehr Pflegeheim-Betten (OR, 1,004; 95% CI, 1,000-1,009), einem höheren Anteil älterer Erwachsener, die allein leben (OR, 1,073; 95% CI, 1,032-1,116) und einem höheren Einkommen (OR, 1,0004; 95% CI, 1,0001-1,0006) verbunden. Schlussfolgerungen und Relevanz: In dieser Kohortenstudie über ältere Erwachsene in Japan waren ACSC-Krankenhausaufenthalte in Gemeinden mit mehr Ressourcen für ambulante, hauswirtschaftliche und rehabilitative Pflege sowie größerer finanzieller Kapazität weniger wahrscheinlich und in solchen mit mehr Pflegeheim-Betten, stärkerer sozialer Isolation und höheren Einkommensniveaus wahrscheinlicher.
Abe et al. (Freitag) untersuchten diese Frage.