Zusammenfassung Obwohl sich die Erderhitzung gefährlichen Kipppunkten nähert, wenden sich Teile der Wirtschaftseliten in industriellen Schlüsselbranchen von ambitionierten Dekarbonisierungszielen ab. Soziologische Beobachtungen folgen diesem Trend. Der Beitrag fragt nach Ursachen für das – vorläufige – Scheitern eines grünen Wirtschaftswunders. Wichtige, obgleich nicht einzige Ursache ist, so die These, die Beharrungskraft eines finanzialisierten Kapitalismus und seiner Transfermechanismen, allen voran der Shareholder-Value-Steuerung von Unternehmen. Im Kontrast zu solchen Hürden des sozial-ökologischen Umbaus der Industrie werden aber auch Alternativen skizziert. Die Transformation der Industrie in Richtung Nachhaltigkeit könnte gelingen, wenn ein ökologischer Sozialstaat für Sicherheit und Gerechtigkeit im Wandel sorgt. Der Autor wendet sich gegen die neue Bescheidenheit in der Soziologie und plädiert für eine kritische Transformationsforschung, die finanzkapitalistische Ursachen der „großen Restauration“ fossiler Produktionsweisen klar benennt.
Klaus Dörre (Sat,) studied this question.