Abstract Der Beitrag charakterisiert Teslas Produktionsmodell als einen Ansatz, der auf die Erschließung von Wachstums- und Profitpotenzialen durch digitale Technologien ausgerichtet ist. Fahrzeuge dienen dabei als Hardwareplattform für softwarebasierte Funktionen, die während der Nutzungsphase per Updates bereitgestellt und weiterentwickelt werden. Die Analyse zeigt erhebliche Spannungen zwischen den strategischen Zielsetzungen und den Bedingungen ihrer Umsetzung. In der Produktpolitik kollidiert softwarebasierte Differenzierung mit der für Kostenführerschaft erforderlichen Standardisierung. In der Produktion trifft die Suche nach disruptiven Innovationssprüngen auf großvolumige, fordistisch geprägte Fabrikstrukturen. Im Bereich Arbeit steht die Vision hoher Automatisierung einer weiterhin manuellen, tayloristisch organisierten Montage gegenüber; das Arbeitsregime ist geprägt durch hohen Leistungsdruck, fehlende Mitwirkungsmöglichkeiten der Beschäftigten und eine Einschränkung gewerkschaftlicher Einflussnahme. Insgesamt verbindet Teslas Produktionsmodell eine starke Technologieorientierung mit autoritären Strukturen, die im Widerspruch zu etablierten arbeits- und mitbestimmungsorientierten Rahmenbedingungen stehen und erhebliches Konfliktpotenzial bergen.
U. Jürgens (Sat,) studied this question.