Hintergrund Geschlechterunterschiede bei psychischen Störungen sind weit verbreitet. Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) zählt hierbei zu den Störungen mit den größten Prävalenzunterschieden zwischen Männern und Frauen. Ziel der Arbeit und Methode Dieser narrative Übersichtsartikel beleuchtet die aktuelle wissenschaftlichen Evidenz zu Geschlechterunterschieden in Entstehung, Diagnostik und Behandlung der PTBS. Ergebnisse Obwohl Männer häufiger traumatische Ereignisse erleben, haben Frauen ein zwei- bis dreifach höheres Risiko, an einer PTBS zu erkranken, und zeigen schwerwiegendere PTBS-Symptome als Männer. Die erhöhte Vulnerabilität von Frauen ist bisher nicht vollständig verstanden und auf eine Kombination aus biologischen und psychosozialen Faktoren zurückzuführen. Trotz ihres erhöhten Risikos sind Frauen sowie frauenspezifische Risikofaktoren in der relevanten Forschung unterrepräsentiert – es besteht ein Gender-Data-Gap. Männer erleben häufiger akzidentielle und bewaffnete Traumata, Frauen erleben häufiger sexuelle Gewalt. Während Frauen häufiger an komorbiden Angst- und affektiven Störungen leiden, tritt eine PTBS bei Männern vermehrt in Kombination mit Substanzmissbrauch auf. Männer mit einer PTBS nehmen seltener psychotherapeutische Hilfe in Anspruch als Frauen und profitieren weniger gut von evidenzbasierten traumafokussierten Interventionen. Diskussion Die differenzierte Betrachtung biologischer und psychosozialer Faktoren ist entscheidend, um Geschlechterunterschiede in der PTBS zu verstehen. Geschlechtersensible Ansätze in Diagnostik und Behandlung sowie die Berücksichtigung von Geschlecht über binäre Klassifikationen hinaus können helfen, Wissenslücken zu schließen und eine gezieltere Versorgung zu ermöglichen.
Haering et al. (Thu,) studied this question.
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