Kognitive Flexibilität ist bei Erwachsenen mit Anorexia nervosa (AN) häufig beeinträchtigt und könnte zugrunde liegende Unterschiede im Gehirn widerspiegeln. Bei Jugendlichen mit AN sind die neurokognitiven Profile weitgehend unbekannt. Diese Studie untersuchte die kognitive Flexibilität bei akuter AN (AAN), partiell remittierter AN (PRAN) und vollständig remittierter AN (FRAN) im Vergleich zu gesunden Kontrollen (HC) sowie im Zusammenhang mit dem Volumen der grauen Substanz (GMV). Insgesamt absolvierten 112 Jugendliche und junge Erwachsene das computergestützte Kartensortierverfahren. Die PRAN-Gruppe zeigte eine signifikant schwächere kognitive Flexibilität als die AAN-Gruppe. Die voxel-basierte Morphometrie wurde mit den Daten von 91 Probandinnen durchgeführt. Gruppenvergleiche ergaben ein reduziertes GMV im Cerebellum in der AAN Gruppe und im Parietallappen bei der PRAN Gruppe im Vergleich zu gesunden Kontrollen. Zwischen der FRAN Gruppe und HC zeigten sich keine GMV Unterschiede. Über alle Gruppen hinweg war eine schwächere kognitive Flexibilität mit reduziertem GMV im Lobulus parietalis inferior, Gyrus rectus, Gyrus temporalis superior und Gyrus frontalis inferior assoziiert. Der Zusammenhang zwischen kognitiver Flexibilität und GMV unterschied sich zwischen AAN, PRAN, FRAN und HC. In AAN und PRAN war eine schwächere kognitive Flexibilität mit verringerter GMV im Lobulus parietalis inferior sowie erhöhter GMV im Cerebellum verbunden. Diese Assoziationen waren in der AAN Gruppe signifikant stärker als in der PRAN Gruppe. Keiner dieser Zusammenhänge zwischen GMV und kognitiver Flexibilität blieb nach FWE-Korrektur signifikant. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die kognitive Flexibilität bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit AN nicht beeinträchtigt ist, während die in PRAN beobachteten Beeinträchtigungen darauf hinweisen, dass eine schwächere kognitive Flexibilität die Genesung erschweren könnte oder eine Folge der Erkrankung sein könnte.
Sarah Faa Pernegger (Wed,) studied this question.