Industrielle Erbestätten halten bedeutenden historischen und architektonischen Wert, und ihre attraktiven städtischen Standorte machen sie häufig zu Zielen für eine adaptive Wiederverwendung. Doch jahrzehntelange industrielle Aktivitäten haben gefährliche Rückstände im Gebäudebestand hinterlassen, die Risiken für die öffentliche Gesundheit darstellen. Die aktuellen Konservierungspraktiken beinhalten selten eine systematische Identifizierung und Kartierung solcher Kontaminierungen, was eine kritische Lücke schafft, die sowohl die Sicherheit als auch die Authentizität und Integrität historischer Materialschichten untergraben kann. Dieser Artikel schlägt einen interdisziplinären methodischen Rahmen für die Identifizierung, Analyse und das Management von Kontamination in postindustriellem Erbe vor. Das Modell erweitert den Conservation Management Plan (CMP), indem chemische und toxikologische Analysen, GIS-basierte Diagnosen und ontologische Datenmodellierung (CIDOC CRM) integriert werden. Es unterstützt wertorientierte Entscheidungsfindung, indem es die sichere Anerkennung und Erhaltung historischer Schichten ermöglicht, die toxische Rückstände enthalten können. Der Rahmen wird am ehemaligen Gdańsker Werft durch integrierte historische Forschung, Konservierungsuntersuchungen und Laboranalysen getestet, um seine Anwendbarkeit und Skalierbarkeit zu bewerten. Der vorgeschlagene Ansatz ist als übertragbares Werkzeug für das Management von kontaminierten Erbe-Umgebungen gedacht, das mit den SDGs 11 und 12 übereinstimmt.
Orchowska et al. (Sat,) haben diese Frage untersucht.