Akulturierung, traditionell beschrieben als die Anpassung an neue kulturelle Realitäten, steht in superdiversen Gesellschaften vor großen konzeptionellen Herausforderungen, wo es zunehmend problematisch wird, "Erbe" und "Mainstream"-Kulturen zu definieren. Diese Studie schlägt vor, die Rahmenbedingungen der kulturellen Identität zu erweitern, um die Zugehörigkeit zu dem Ort, an dem man lebt, einzuschließen, wobei die ökologische Bedeutung der Beziehungen zwischen Ort und Menschen in der Identitätsbildung hervorgehoben wird. Wir wenden diesen Ansatz auf einen hochdiversen städtischen Kontext an und untersuchen, wie Einzelpersonen aus sowohl Mehrheit- als auch Minderheitenhintergründen multikulturelle Identitäten auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene konstruieren. Eine Gemeinschaftsstichprobe (N = 276) schloss Maßnahmen zur kulturellen Identifikation, psychologischen Flexibilität, Diskriminierung und Wohlbefinden ein. Eine Latent-Class-Regressionsanalyse offenbarte vier unterschiedliche Identitätsprofile: hohe kontextuelle Identifikation, niedrige kontextuelle Identifikation, Québec-Fokus und Montreal-Fokus. Entgegen den Erwartungen spiegelte das am häufigsten vorkommende Profil eine starke lokale Bindung wider, anstatt eine robuste Befürwortung multiple kultureller Ebenen. Psychologische Flexibilität sagte die Zugehörigkeit zum Profil der hohen kontextuellen Identifikation unabhängig von Wohlbefinden und Umgebungsdiskriminierung voraus, während Minderheitenstatus und wahrgenommene Diskriminierung mit lokal fokussierten Profilen assoziiert waren. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Ortsidentität und der psychologischen Flexibilität in Akulturationsprozessen und bieten eine umfassendere und kontextsensitivere Erklärung der multikulturellen Zugehörigkeit in superdiversen Gesellschaften.
Medvetskaya et al. (Thu,) untersuchten diese Frage.