Emissionen von nitroser Säure (HONO) aus Böden stellen eine wichtige Quelle atmosphärischen reaktiven Stickstoffs dar und beeinflussen die Luftqualität sowie den Klimawandel erheblich. Die langfristigen globalen Muster der Boden-HONO-Emissionen und deren Beiträge zu Feinstaub (PM2.5) und dessen wichtigen Komponenten sind jedoch bislang wenig verstanden. In dieser Studie entwickelten wir ein neues Modul in einem prozessorientierten Modell (LPJ-GUESS), um die globalen Boden-HONO-Emissionen über alle wichtigen Landnutzungstypen im vergangenen Jahrhundert abzuschätzen und quantifizierten zudem deren Einfluss auf PM2.5 und damit verbundene gesundheitliche Auswirkungen. Unser Modell zeigte eine robuste Leistung bei der Schätzung globaler Boden-HONO-Emissionen (R2 = 0,91). Die Ergebnisse zeigten, dass die globale Erwärmung und der zunehmende Düngemitteleinsatz einen erheblichen Anstieg der Boden-HONO-Emissionen verursachten, die von 2,2 Tg N im Jahr 1901 auf 4,7 Tg N im Jahr 2015 anwuchsen. Anschließend deuteten Simulationen mit dem GEOS-Chem-Modell darauf hin, dass der Beitrag der Boden-HONO-Emissionen zu den globalen Durchschnittskonzentrationen von PM2.5, Sulfat (SO42-), Nitrat (NO3-), Ammonium (NH4+), schwarzem Kohlenstoff (BC) und organischem Aerosol (OA) im Jahr 2015 jeweils 0,015 (0,3 % (Bereich: 0–6 %) bezogen auf die Gesamtkonzentration), 0,003 (0,6 % (0–7 %)), 0,008 (3,4 % (0–52 %)), 0,002 (1 % (0–26 %)), etwa 0 und 0,002 (0,6 % (0–4 %)) μg/m³ betrug. Bemerkenswert ist, dass die Exposition gegenüber PM2.5, die durch Boden-HONO getrieben wird, mit geschätzten 113.137 Todesfällen weltweit in Verbindung stand. Während die anthropogenen Emissionen in Zukunft weiter sinken, werden gezielte Maßnahmen zur Verringerung der Boden-HONO-Emissionen zunehmend entscheidend, um deren negative Auswirkungen auf Luftverschmutzung und öffentliche Gesundheit zu mindern.
Li et al. (Thu,) untersuchten diese Fragestellung.