Diese medizinhistorische Habilitationsschrift analysiert unveröffentlichte und veröffentlichte Quellen, medizinische Akten und mündliche Geschichtsinterviews, um eine Vorstellung von Gesundheitsaktivismus, klinischen Routinen und bürokratischen Praktiken als voneinander getrennte Kulturen mit unterschiedlichen Denkmustern zu komplizieren. Die Fälle der Wohlfahrtsstaatspolitik zu HIV/AIDS und Transmedizin zeigen, dass Subkulturen und klinische Kulturen, Laiendenken und professionelle Expertise aufeinander zugegangen sind und sich wechselseitig geprägt haben. Die Dissertation entwickelt die Konzepte des „amphibischen Aktivismus“ und der „Wohlfahrtsstaatmedizin“, um diese dialektische Beziehung als eine besondere Art des Denkens und Praktizierens von Medizin in der Klinik und in der Bürokratie im späten 20. Jahrhundert zu charakterisieren.
Ketil Slagstad (Thu,) hat diese Frage untersucht.