ZUSAMMENFASSUNG Seit über einem Jahrhundert sind Theorien zur Konzeptbildung in Linguistik, Philosophie und kognitiven Wissenschaften von einem einzigen, intuitiven Grundsatz dominiert: dass wir lernen, was Dinge sind, indem wir sie von dem unterscheiden, was sie nicht sind. Von Saussures differenzieller Semantik bis hin zu modernen distributionalen Modellen in der künstlichen Intelligenz wurde Bedeutung als grundsätzlich kontrastiv und relational verstanden. Dieses Papier argumentiert, dass dieser Konsens grundsätzlich falsch ist. Wir präsentieren das Boundary-First-Modell, eine kognitive Architektur, die direkt aus den ersten Prinzipien des neo-preplatonic Naturalismus (NPN) abgeleitet ist. Anstatt disparate Beobachtungen aus Psychologie oder Biologie zu synthetisieren, demonstrieren wir, wie die geometrischen und thermodynamischen Notwendigkeiten der Existenz—insbesondere das Nullprinzip—die Struktur des Geistes diktieren. Wir argumentieren, dass alles Lernen mit der Erkennung abgegrenzter Einzelheiten gegen einen unbestimmten Hintergrund (Apeiron) beginnt, angetrieben durch das thermodynamische Imperativ der Hormē (das Streben nach Persistenz). In diesem Rahmen werden die "Figur-Grund"-Gesetze der Gestaltpsychologie und die "adaptiven Module" der evolutionären Biologie nicht als primäre Theorien, sondern als funktionale Konsequenzen einer einzigen navigationalen Logik neu abgeleitet. Wir verfolgen den Lernstapel—von dem anfänglichen Wahrnehmungsschnitt (Aisthēsis) bis zur Konstruktion prädiktiver Grenzmodelle (Epistēmē)—und zeigen, wie Sprache diese geschaffenen Realitäten bezeichnet, anstatt sie zu schaffen. Diese strukturelle Fundierung löst anhaltende Anomalien: die a priori Natur moralischer Intuitionen, das schnelle Mapping bei Kleinkindern und das Grundungsproblem in der KI. Das Ergebnis ist eine totale Vereinigung: die Logik, die die metaphysische Möglichkeit der Existenz regiert, ist dieselbe Logik, die die Architektur des Geistes regiert, der sie wahrnimmt. Lernen bedeutet nicht zuerst vergleichen, sondern schnitzen. Schlüsselwörter Konzeptbildung, Grenze-gegen-Grund, Figur/Grund, Nullprinzip, unbestimmter Hintergrund, differenzielle Semantik, Kleinkindkognition, schnelles Mapping, Prototypentheorie, evolvierte kognitive Vorlagen, Symbolfundierung, KI-Beschränkungen, verkörperte Kognition, neo-preplatonic Naturalismus, epistemische Grundlagen, Sprachphilosophie, kognitive Entwicklung, Bildungsreform.
Eli Adam Deutscher (Sun,) untersuchte diese Frage.
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