Das Problem der toxischen Umweltverschmutzung durch Verbrennungsprodukte von Sprengstoffen und Raketentreibstoff gewinnt im Kontext verstärkter militärischer Operationen zunehmend an Bedeutung. In dieser Studie wurde die Toxizität von TNT-Derivaten, hydrazinbasierten Verbindungen sowie nitroaromatischen Transformationsprodukten im Zusammenhang mit Explosivstoff- und Raketentreibstoffkontamination unter Verwendung der Modellorganismen Tenebrio molitor Linnaeus, 1758 und Opatrum sabulosum (Linnaeus, 1761) bewertet. Wir wählten Hydrazinderivate, Nitroaniline sowie auf Benzol und Naphthalin basierende Nitroverbindungen aus, die nach Explosionen oder unvollständiger Verbrennung von Raketentreibstoff im Boden, Wasser und in der Atmosphäre persistieren können. Die topische Dispersion wurde verwendet, um eine Exposition gegenüber festgelegten Dosen auf der Oberfläche von Behältern zu bewerten, die Larven und Imagines von T. molitor sowie Imagines von O. sabulosum enthielten, gefolgt von einer Auszählung der Letalitäten und der Bestimmung der LC50. Die Ergebnisse zeigen die hohe Empfindlichkeit der Larven und Imagines von T. molitor sowie der Imagines von O. sabulosum gegenüber TNT-Derivaten, Hydrazinverbindungen und nitroaromatischen Kontaminanten, die häufig in sprengstoffkontaminierten Umgebungen vorkommen, was die Machbarkeit der Einführung einer ökotoxikologischen Überwachung von militär-technologischen Impact-Zonen bestätigt. Die systematische Toxizitätsbewertung dieser 29 sprengstoffbezogenen Verbindungen liefert grundlegende Daten für Umwelt-Risikomodelle und ökotoxikologische Überwachungsprogramme. Die gewonnenen Daten können für weiterführende Umwelt-Risikomodellierungen sowie zur Entwicklung von Bioindikator-Ansätzen zur Detektion von Verschmutzungen infolge militärischer Operationen, zum Beispiel in der Ukraine, verwendet werden.
Rybalka et al. (Do,) untersuchten diese Fragestellung.