ZUSAMMENFASSUNG Organismen, die in ariden Umgebungen leben, sind voraussichtlich einem erhöhten Risiko des Aussterbens unter klimatischen und anthropogen bedingten Veränderungen ausgesetzt. Die Reaktion auf vergangene Klimaveränderungen kann einige Einblicke in diese Risiken bieten; jedoch ist unser Verständnis der Diversifizierung und evolutionären Geschichte vieler arid-adaptierter Arten, insbesondere in Australien, noch begrenzt. Hier bewerten wir die demografische und evolutionäre Geschichte eines weit verbreiteten australischen Beuteltieres, des schwarzfüßigen Felsenwallabys (Petrogale lateralis), mit einer stark fragmentierten gegenwärtigen Verbreitung über das aride Biome Australiens und offshore Inseln. Durch die Kombination genomischer Daten aus historischen und modernen Proben bewerten wir die Divergenzgeschichte der fünf P. lateralis-Unterarten. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Art eine demografische Expansion aus dem Pleistozän über das australische aride Biome erlebt hat, gefolgt von geografischer Fragmentierung der Populationen und Unterarten. Wir finden vernachlässigbaren Genfluss zwischen den meisten bestehenden Populationen/Unterarten, jedoch eine geringe Divergenz zwischen Populationen von P. l. lateralis und derzeit anerkannten Unterarten. Individuen auf Inseln weisen extreme genetische Vielfalt und hohe Inzuchtkoeffizienten auf, im Gegensatz zu natürlich fragmentierten Festlandpopulationen, was auf eine stärkere Flaschenhalswirkung auf den Inseln hindeutet. Unsere Ergebnisse zeigen die Konnektivität der Populationen innerhalb der letzten ~160–640 Tausend Jahre trotz ihrer derzeit disjunkten Verbreitungen und bieten wichtigen Kontext für das Management des Artenschutzes und potenzielle genetische Rettung. Allerdings wird angesichts des großen ökologischen Gradienten und der chromosomalen Variation innerhalb dieser Art die Bewertung ökologischer Unterschiede und Risiken von Auskreuzungsdepressionen wichtig sein, bevor Entscheidungen über die Vermischung geografisch distanter Populationen und/oder Unterarten getroffen werden. Diese Studie zeigt, wie Museumsgenomik unsere Fähigkeit verbessert, komplexe evolutionäre Geschichten zu entschlüsseln und den Artenschutz zu leiten.
Sally et al. (Sun,) haben diese Frage untersucht.