Zusammenfassung: Dieser Artikel beginnt mit der Untersuchung des Autorschaftsproblems in der klassischen griechischen und mittelalterlichen exegetischen Literaturkultur und geht dann darauf ein, welche Tendenzen auf das ‚Verschwinden‘ des Autors in der literaturwissenschaftlichen Forschung des 19. Jahrhunderts hinweisen. Anschließend konzentriert er sich auf Barthes' und Foucaults Theorien der Autorschaft, die einen grundlegenden postmodernen Glauben inspirierten: dass das Subjekt (Autor) eine fiktive Emanation von Sprache und Schrift ist, die alle Versuche des menschlichen Handelnden untergräbt, die Quelle des Handelns zu sein. In Anlehnung an John Zizioulas und Christos Yannaras hebt der Artikel die ontologische Interpretation der Person hervor, die von den sogenannten Kappadozien Basil dem Großen, Gregor von Nazianz und Gregor von Nyssa gegeben wird. Aufbauend auf dem ontologischen Verständnis der Person als Freiheit schließt dieser Artikel mit dem Nachweis seiner Hypothese, dass der Autor tatsächlich eine Person und ein hypostatisch-ekstatisches Wesen ist und dass ein literarisches Werk ein Spiegelbild des persönlichen Charakters und nicht nur ein Gewebe von Zitaten oder Intertexten ist. Im Gegenteil, es ist immer das Werk eines bestimmten Autors.
Krešimir Šimić (Mon,) hat diese Fragestellung untersucht.