ZUSAMMENFASSUNG Die zentralen und östlichen Regionen des mittelalterlichen Äthiopiens waren durch intensive transkulturelle Verbindungen geprägt, was durch das Vorhandensein importierter Glasperlenartefakte belegt wird. Eine Sammlung von über 18.800 Perlen und deren Fragmente, die sich derzeit im Äthiopischen Nationalmuseum in Addis Abeba befinden, wurde im Rahmen des SolZag-Projekts untersucht. Diese Arbeit präsentiert die Ergebnisse einer Analyse von 133 Glasperlen aus acht Standorten der lokalen und islamischen Kulturen, datiert vom 8. bis zum 16. Jahrhundert n. Chr. Eine Untersuchung der Glasproben mittels Laserablation-induktiv gekoppelte Plasma-Massenspektrometrie (LA-ICP-MS) ergab, dass sie in eine Reihe von Zusammensetzungstypen fielen. Perlen aus pflanzlicher Asche-Soda-Kalk-Glas, die mit der Produktion im Nahen Osten (nördliches Syrien, Iran und Irak) in Verbindung gebracht werden und auf das 9.-10. Jahrhundert n. Chr. datiert sind, sowie Perlen mit Ursprung im östlichen Mittelmeerraum (Ägypten und Levante), die nach der Mitte des 10. Jahrhunderts datiert sind, dominierten die Sammlung. Viele Perlen bestanden aus indischem Mineral-Soda-Hochaluminiaglas sowie zentralasiatischem pflanzlicher Asche-Soda Hochaluminiaglas. Europäische Perlen sind durch Bleiglas und Soda-Kalk-Glas vertreten. Die Ergebnisse dieser Untersuchung bieten neuartige Beweise zur Herkunft und Chronologie von Glasperlen, die im mittelalterlichen und nachmittelalterlichen Nordostafrika vorhanden sind. Sie tragen außerdem zu den bis dato nicht verfügbaren Daten über die Land- und Seehandelskontakte Äthiopiens aus dieser Zeit bei.
Dann-Obłuska et al. (Mittwoch) untersuchten diese Frage.