Trotz der inhärenten Gefahren der Rüstungsproduktion wird die Verantwortung von Rüstungsunternehmen zur Verhinderung nachteiliger Auswirkungen auf die Menschenrechte in ihrem Geschäft zu oft von Stille umgeben. Darüber hinaus sind die Verantwortlichkeiten von Rüstungsunternehmen selten einer kritischen historischen Untersuchung unterzogen, während die zeitgenössische Rüstungs-Handelsliteratur primär den einzelnen Exportkontrollentscheidungen aus der Perspektive des methodologischen Nationalismus Beachtung schenkt. Dieser Forumsbeitrag bringt eine postkoloniale Analyse der (mangelnden) politischen und rechtlichen Verantwortlichkeiten, die von Rüstungsunternehmen im Laufe der Zeit gefordert werden, indem er sich auf das Apartheid- und Post-Apartheid-Südafrika konzentriert. Bei der Auseinandersetzung mit den diskursiven und materiellen Kämpfen zwischen den Akteuren der zivilen Gesellschaft in Südafrika und europäischen Rüstungsherstellern/Staaten über die Bedingungen der Verantwortung schlagen wir vor, dass begrenzte Vorstellungen historischer Verantwortung selbst produktiv für Nicht-Akkountabilität und zeitgenössische Schäden sind. Der Artikel plädiert für ein umfassenderes Verständnis von Verantwortung im Rüstungssektor und fordert, dass mehr kritische Aufmerksamkeit und Forschung auf die historische und transnationale Verortung von Rüstungsunternehmen und ihren Heimatstaaten gerichtet wird. Ein solcher Fokus muss die Anerkennung der Wege einbeziehen, wie die Verweigerung von Reparationen das Unrecht (re)produziert.
McEvoy et al. (Mon,) untersuchten diese Frage.