Zusammenfassung Neben der bekannten Assoziation mit mentalem Aufwand gibt die pupilläre Dilation Einblicke in die kognitiven und neurobiologischen Grundlagen des episodischen Gedächtnisses. Besonders die Pupillenreaktionen während des Abrufs werden von den Kodierungsbedingungen beeinflusst, unter denen die Informationen ursprünglich gelernt wurden. In unserer Studie manipulierten wir die Kodierung, indem wir den Teilnehmern Wortpaare entweder einmal oder zweimal präsentierten und dann die Pupillenreaktionen während nachfolgender Abrufaufgaben untersuchten, die entweder ein Wiedererkennungs- oder ein Abrufparadigma verwendeten. Wiederholte Kodierung führte zu einer höheren Genauigkeit und schnelleren Reaktionszeiten, was die verbesserte Gedächtnisleistung über beide Aufgaben bestätigte. Kritisch ist jedoch, dass die Verstärkung der Gedächtnisspuren nur in der Abrufaufgabe mit reduzierter pupillärer Dilation einherging, was darauf hindeutet, dass stärkere Erinnerungen während des anspruchsvollen Abrufprozesses weniger kognitive Anstrengung benötigten. Im Gegensatz dazu wurde während der Wiedererkennung, trotz eines robusten pupillaren Alt/Neu-Effekts (z.B. erhöhte Pupillenreaktionen auf korrekte „alte“ Antworten im Vergleich zu korrekten „neuen“ Antworten), das Ausmaß der pupillären Dilation nicht durch die Stärke der Gedächtnisspur moduliert. Dies impliziert, dass bei Wiedererkennungsentscheidungen die Pupillenreaktionen hauptsächlich die Dichotomie zwischen Erinnerung und Vertrautheit widerspiegeln könnten, anstatt die Stärke der Gedächtnisspur. Insgesamt zeigen unsere Ergebnisse, dass die Art des Gedächtnistests beeinflusst, wie effektiv die Pupillometrie die Stärke der Gedächtnisspur bewerten kann.
Albi et al. (Di,) haben diese Frage untersucht.