Lipidmembranen sind essentiell für jede Zelle. Obwohl sie äußerst empfindlich auf Temperatur, Druck und wässrige Chemie reagieren, haben sich Membranen entwickelt, um stabil, flüssig und morphologisch dynamisch in verschiedenen, oft extremen Umgebungen zu bleiben. Das etablierte Prinzip der Homeoviskosität beschreibt, wie Organismen die gesättigten und ungesättigten Fettsäureketten von Lipiden anpassen, um die laterale Mobilität (Flüssigkeit) der Membrankomponenten zu steuern. Jüngste Arbeiten haben ein komplementäres Prinzip, die Homeokurve, aufgedeckt, bei dem das Kopfgruppen-Schwanzprofil (intrinsische Krümmung) von Lipiden sich anpasst, um elastische Spannungen innerhalb von Membranen zu fördern. Homeokurve wurde erstmals als Anpassung an den Druck in der Tiefsee demonstriert und wird in diesem Kontext bei verschiedenen marinen Taxa präsentiert. Sie tritt auch bei gewöhnlichen Hefen und menschlichen Zellen auf, was darauf hindeutet, dass die Steuerung der Lipidform weit verbreitet ist. Etherlipide wie Plasmalogene tragen sowohl zur Reaktion auf Tiefseedruck als auch zu laborgestützten Druckreaktionen bei, was eine mechanistische Untersuchung der Fähigkeit von Etherlipiden zur Destabilisierung von Bilayers motiviert. Experimente und Simulationen zeigen, dass etherverknüpfte Glycerol-Rückgrate einen konsistenten Einfluss auf die intrinsische Krümmung und das Phasenverhalten von Lipiden haben und ein diskretes Modul der Phospholipidstruktur neben Kopfgruppen und Fettsäureketten darstellen. Die Implikationen der präsentierten Ergebnisse reichen von den Auswirkungen des globalen Wandels auf das marine Leben bis hin zu dynamischen Membranprozessen wie der Neurotransmission und damit verbundenen Pathologien wie Alzheimer.
Jacob R. Winnikoff (Sun,) untersuchte diese Frage.