Sanktionen werden zunehmend als Reaktion auf internationale Krisen und militärische Konflikte verhängt. Vieles ist über die Ziele bekannt, die Sanktionen verfolgen, wie Zwang, Abschreckung und Signalgebung, doch die Auslöser für ihre Verhängung werden oft übersehen. Trotz des bestehenden Sanktionsrahmens, der für spezifische internationale Anliegen entwickelt wurde, hat jedes Sanktionsprogramm eine eigene Rechtfertigung. In meinem Beitrag präsentiere ich ein neuartiges Argument, dass ein „Menü“ von Rechtfertigungen für die Umsetzung internationaler Sanktionen existiert. Dieses „Sanktionen à la carte“ umfasst fünf Rechtfertigungssets für die Verhängung: strafbasiert, wertbasiert, feindselige Sanktionen, Gegenmaßnahmen und Kriegsanktionen. Das Verständnis der vielfältigen Natur dieser Sanktionsrahmen zwingt uns dazu, die bestehenden Modelle zur Bewertung der Wirksamkeit, Legitimität und Verhältnismäßigkeit von Sanktionen zu überdenken.
Bohdan Bernatskyi (Di,) hat diese Fragestellung untersucht.