Herbizid-tolerante Pflanzen werden oft als physiologisch stabil unter chemischem Stress angesehen; jedoch schließt Toleranz nicht unbedingt die Aktivierung adaptiver und kompensatorischer Mechanismen aus. Die vorliegende Studie zielte darauf ab, die adaptiven Reaktionen von imazamox-tolerantem Sorghum (Sorghum bicolor L.) auf steigende Dosen des Herbizids Pulsar 40 (Imazamox) zu bewerten, indem Wachstumsdynamik und zentrale strukturelle Elemente der Produktivität analysiert wurden. Ein dreijähriges Feldexperiment wurde unter regennährenden Bedingungen in Südzentralbulgarien während 2023-2025 durchgeführt. Pflanzhöhe, Ährenlänge, Körnermasse pro Ähre und vegetative Biomasse wurden bewertet, um kompensatorische Reaktionen unter Herbizidstress zu identifizieren. Die Ergebnisse zeigten, dass moderate Herbiziddosen vorübergehende Wachstumshemmung induzierten, gefolgt von einer teilweisen kompensatorischen Verbesserung der reproduktiven Strukturen, während übermäßige Dosen zu unvollständiger Kompensation und verringerter Produktivität führten. Die interannuelle Variabilität, unterstützt durch monatliche Temperatur- und Niederschlagsdaten für April-September, hob die Rolle der klimatischen Bedingungen bei der Modulation adaptiver Reaktionen hervor. Die Ergebnisse demonstrieren, dass imazamox-tolerantes Sorghum dosisabhängige adaptive und kompensatorische Mechanismen aufweist, was die Bedeutung eines optimalen Herbizidmanagements zur Unterstützung der Resilienz und Ertragstabilität der Pflanzen betont.
Mihaela Metodieva (Wed,) untersuchte diese Frage.