Die Frage ist: Wie kann eine Dokumentation sozialen Einfluss auf ihr Publikum und damit auf die Gesellschaft erzeugen? Filmkritiker und Sozialwissenschaftler haben diese Frage seit den Anfängen des dokumentarischen Filmemachens betrachtet. Zudem spielten Dokumentationen im Kontext der Verbreitung von Wissen über Infektionskrankheiten, insbesondere während der HIV/AIDS-Epidemie, eine bedeutende Rolle bei der Aufklärung der Öffentlichkeit über die Krankheit. Nach der Epidemie wurden Dokumentationen genutzt, um die Krankheit zu verstehen und die Lebensrealitäten von Menschen, die mit dem Virus leben, zu dokumentieren. Dieser Artikel erweitert den Diskurs der Dokumentarfilmstudien, indem er zwei spezifische HIV/AIDS-Dokumentationen, 5B (2018) und Desert Migration (2015), kritisch analysiert. Diese Analyse bietet Einblicke, wie die Rahmen des Bewegtbildes die isolierten Räume erfassen, die von Menschen mit HIV/AIDS besetzt sind. Für diese Studie wird Edward Branigans Konzept der Rahmen verwendet, um das Wesen der Isolation zu erkunden. Dies wird erreicht, indem Rahmen untersucht werden, die von den Filmemachern durch die Kameraobjektive aufgezeichnet wurden, mit Fokus auf die unmittelbare Umgebung der interviewten Person. Der Artikel bezieht sich auf diese Rahmen als „Rahmen der Isolation“, da die Bilder die räumliche und emotionale Isolation reflektieren, die mit dem Virus verbunden ist.
Aneetta ALEXANDER (Di.) hat diese Frage untersucht.