Die Beschreibung und Handhabung der großen zeitlichen und räumlichen Variabilität in den Abbauratekonstanten ist eine Voraussetzung für robuste Beständigkeit- und Expositionsbewertungen. Chemisches Benchmarking verwendet eine gut charakterisierte Referenzsubstanz in einer Weise, die einem internen Standard in der analytischen Chemie ähnelt; die gemessene Abbauratekonstante erfasst umweltspezifische Informationen, die verwendet werden, um die Variabilität der Abbauratekonstanten anderer Chemikalien vorherzusagen. Wir haben 1656 Abbauratekonstanten für 97 Chemikalien in europäischen und australischen aquatischen Ökosystemen zusammengetragen, alle gemessen mit demselben modifizierten OECD 309 Testprotokoll. Zwei Benchmarking-Ansätze wurden hinsichtlich ihrer Fähigkeit bewertet, die räumlich-zeitliche Variabilität der Daten zu reduzieren: (i) Normalisierung aller Chemikalien auf eine einzelne Benchmark-Chemikalie (universelles Benchmarking); und (ii) Gruppierung von Chemikalien und Normalisierung der Chemikalien innerhalb jeder Gruppe auf eine aus dieser Gruppe ausgewählte Benchmark-Chemikalie (gruppenspezifisches Benchmarking). Universelles Benchmarking reduzierte die gemessene Variabilität nicht, während gruppenspezifisches Benchmarking dies tat, wenn die Gruppierung der Chemikalien auf Grundlage der Daten optimiert wurde. Wenn die chemische Gruppierung jedoch basierend auf dem molekularen Fingerabdruck MACCS (Molecular ACCess System) oder anfänglichen Biotransformationsregeln vorhergesagt wurde, erfolgte für die meisten Chemikalien keine Reduktion der Variabilität. Gruppenspezifisches Benchmarking zeigt Potenzial als Werkzeug zur Vorhersage der räumlich-zeitlichen Variabilität von Abbauratekonstanten, wenn eine geeignete chemische Gruppierung möglich ist, aber unser aktuelles Verständnis der entscheidenden chemischen Merkmale, die mit der Abbaubarkeit verbunden sind, ist unzureichend, um Chemikalien a priori zuverlässig zu gruppieren.
Tian et al. (Tue,) untersuchten diese Fragestellung.