Dieser Artikel bietet eine kritische Analyse des marokkanischen Rechts zu restriktiven Wettbewerbspraktiken und hebt dessen unzureichende Anpassung an die wirtschaftlichen und wettbewerblichen Entwicklungen im Vertriebssektor hervor. Der Autor zeigt, dass dieses Regime, das weitgehend aus einem System der administrativen Preiskontrolle stammt, weiterhin auf einem strafrechtlichen Ansatz und per se-Verboten bestimmter Praktiken basiert, während das vergleichende Recht – insbesondere das französische Recht – sich zu flexibleren und wirtschaftlich orientierten Mechanismen entwickelt hat. Die Studie betont außerdem die Verwirrung hinsichtlich der Ziele bestimmter Verbote, die eher von fiskalischen, gesundheitlichen oder wirtschaftspolizeilichen Erwägungen als vom effektiven Schutz des Wettbewerbs geleitet erscheinen, wie die Praxis des Wettbewerbsausschusses bestätigt. Abschließend fordert der Artikel eine umfassende Reform des nationalen Rahmens, die die Entkriminalisierung mehrerer Praktiken, die Einführung zivilrechtlicher Instrumente mit Fokus auf Vertragsausgleich und Fairness in Handelsbeziehungen, die Spezialisierung von Vollzugsmechanismen und die Integration von Compliance-Instrumenten beinhaltet, um die Rechtssicherheit, die Wettbewerbsfähigkeit und die Modernisierung des Vertriebs in Marokko zu stärken.
Maissae Bousaouf (Sun,) untersuchte diese Fragestellung.