Ziele: Es gibt zunehmend Evidenz für die zentrale Rolle von Immunmechanismen in der Pathophysiologie des Vorhofflimmerns (AF). Medikamente, die das Immunsystem modulieren (Immunmodulatoren), könnten zur Entwicklung von AF beitragen. Ziel war es, Immunmodulatoren zu identifizieren, die mit AF assoziiert sind, um deren Sicherheitsprofil besser zu definieren. Die Aufklärung ihrer Wirkmechanismen könnte neue Einblicke in die immunologische Pathophysiologie von AF liefern. Design: Eine deskriptive und Diskrepanzanalyse von Meldedaten. Settings: Weltweite Pharmakovigilanz-Datenbank VigiBase bis zum 1. März 2025. Primäre und sekundäre Endpunkte: Zunächst wurde die Assoziation von Immunmodulatoren mit Überberichterstattung von AF mittels Diskrepanzanalyse evaluiert, wobei das multivariable-adjustierte Reporting-Odds-Ratio (aROR) für AF-Meldungen bei 141 Immunmodulatoren in VigiBase berechnet wurde. Anschließend wurde eine Literaturübersicht durchgeführt, um die zugrundeliegenden Mechanismen von AF durch Immunmodulatoren zu untersuchen. Ergebnisse: Insgesamt wurden 6.148.556 Meldungen erfasst, die mindestens einen der 141 Immunmodulatoren in VigiBase enthielten. Die Primäranalyse ergab 20 Immunmodulatoren, die mit einer Überberichterstattung von AF assoziiert sind. Die drei Immunmodulatoren mit dem stärksten Signal waren: rekombinantes Interleukin-11 mit einem aROR=20,91 (99,96% KI 12,08 bis 36,17), Efgartigimod alfa mit einem aROR=6,75 (99,96% KI 3,96 bis 11,52) und rekombinantes Interleukin-2 mit einem aROR=6,15 (99,96% KI 3,62 bis 10,45). Eine anschließende Literaturübersicht postulierte einen hypothetischen immunologischen „Teufelskreis“, der AF fördert und T-Helferzellen, Makrophagen und natürliche Killerzellen involviert, was zu elektrophysiologischer und histologischer Vorhofremodellierung führen könnte. Schlussfolgerungen: Zwanzig von der Food and Drug Administration (FDA) zugelassene Immunmodulatoren sind in VigiBase mit einer Überberichterstattung von AF assoziiert, wobei rekombinantes IL-11 ein erhebliches Signal aufweist. Diese Daten tragen wesentlich zum Verständnis des Sicherheitsprofils dieser Immunmodulatoren bei. Darüber hinaus unterstützen die Ergebnisse eine multidirektionale Interaktion zwischen dem Immunsystem und der Entwicklung von AF und könnten zukünftig therapeutische Zielsetzungen beeinflussen. Studienregistrierung NCT06095791.
Font et al. (Mi,) untersuchten diese Fragestellung.
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