LURN wurde vom NIDDK ins Leben gerufen, um LUTS mit einem ganzheitlichen Ansatz zu untersuchen, wobei der Fokus auf der Harndrang besteht. LURN hat Patient-reported Outcome-Instrumente entwickelt, um LUTS bei Männern und Frauen besser zu messen. LURN SI-29 kann für klinische Forschungen eingesetzt werden. LURN SI-10 ist für den alltäglichen Gebrauch in der Klinik geeignet. LURN SI-10 bietet deutliche Vorteile gegenüber dem AUA-SI. Neben Miktion- und Speicherungsbeschwerden erfasst LURN SI-10 auch SUI, UUI, schmerzhaftes Füllen der Blase und Nachträufeln nach dem Wasserlassen. LURN hat die Rollen nicht-urologischer Faktoren bei LUTS untersucht. Zum Beispiel sind zentrale Adipositas und hoher BMI mit schlimmeren UUI-, SUI- und OAB-Symptomen assoziiert. Depression, Schlafstörungen und schlechte körperliche Funktion stehen im Zusammenhang mit stärkeren UI- und Miktionbeschwerden. Eine Belastung durch sexuelle Traumata in der Kindheit ist häufig und mit verschlechtertem UI verbunden. LURN hat die bisher größten Neuroimaging-Studien an Personen mit Harndrang durchgeführt. Bei Patienten mit Drangsymptomatik wurde im Vergleich zu Kontrollen eine erhöhte funktionelle Konnektivität zwischen präfrontalem Kortex und somatosensorischem Kortex zu spezifischen Gehirnnetzwerken nachgewiesen. Ebenso wurde eine verstärkte mikrostrukturelle Schädigung spezifischer weißer Hirnsubstanzbahnen bei Drangpatienten im Vergleich zu Kontrollen festgestellt. LURN hat neuartige, unbeeinflusste und datengetriebene Clusterverfahren zur Subgruppenbildung bei LUTS-Patienten entwickelt. Dabei wurden fünf männliche und fünf weibliche Cluster identifiziert. LURN entwickelte auch ein großes Biorepositorium, das mit umfangreichen klinischen Phänotypisierungsdaten verknüpft ist. Über 100.000 Biospezimene (Blut, Serum, Urin) wurden gesammelt. Die Subtypisierung von OAB-Patienten in LURN II mittels maschinellem Lernen/Clustering-Methoden ist im Gange. Registrierung klinischer Studien: LURN I Studie: NCT02485808. LURN II Studie: NCT04557748.
Lai et al. (Mittwoch,) haben diese Fragestellung untersucht.