Hintergrund Diese Studie hatte zum Ziel zu evaluieren, ob der acetabuläre Winkel (AA) nach Tönnis und der laterale Mittelpunkt-Rand-Winkel (LCEA) nach Wiberg – wesentliche radiographische Parameter in der pädiatrischen Hüftbewertung – in einer zeitgenössischen pädiatrischen Population im Vergleich zu historischen Referenzwerten verändert wurden, unter Berücksichtigung von Trends in der früheren skelettalen Reifung und Körperzusammensetzung. Materialien und Methoden Diese retrospektive Studie zur diagnostischen Genauigkeit bewertete Veränderungen in den Winkeln AA und Mittelpunkt-Rand-Winkel (CE) in einer zeitgenössischen Kohorte. Insgesamt wurden 1774 anteroposterior Pelvis-Radiographien (3548 Hüften) von Patienten im Alter von 0–18 Jahren ohne Hüftpathologie analysiert. Die Radiographien wurden zwischen 2006 und 2018 angefertigt und mit der digitalen Plattform Supervisely gemessen. Standardisierte anatomische Landmarken wurden angewendet. Die Daten wurden nach Alter und Geschlecht stratifiziert und mit historischen Werten unter Verwendung von Zwei-Stichproben-t-Tests (p < 0,05) verglichen. Im Gegensatz dazu waren die LCEAs in der zeitgenössischen Kohorte signifikant höher, insbesondere in den Altersgruppen 5–8, 9–12 und 12–16 (alle p < 0,01), was auf einen Trend zu früherer oder erhöhter acetabulärer Ossifikation und Bedeckung des Femurkopfes hinweist. Fazit Die LCEA-Werte waren in der zeitgenössischen pädiatrischen Kohorte signifikant höher im Vergleich zu historischen Daten, während die AA-Werte in den meisten Altersgruppen stabil blieben. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die aktuellen radiographischen Referenzstandards für LCEA einer Neubewertung bedürfen, um eine genaue Dysplasie-Bewertung sicherzustellen. Evidenzstufe: Stufe 3 (Diagnose).
Hütter et al. (Wed,) haben diese Frage untersucht.