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Das Thema Ermessensspielraum wird in der Politikgestaltung und -umsetzung weiterhin heftig diskutiert. In Top-down-Theorien wird Ermessensspielraum an der Frontlinie oft als Kontrollproblem angesehen: Ermessensspielraum sollte vermieden werden, da er bedeuten kann, dass die Politik nicht wie beabsichtigt umgesetzt wird. Im Gegensatz dazu besagen Bottom-up-Theorien, dass Ermessensspielraum den Politikimplementierern helfen kann, eine Politik an spezifische Umstände anzupassen. Es gibt jedoch wenig systematische Forschung dazu, wie die Erfahrung, Ermessensspielraum zu haben, die Motivation der Frontarbeiter zur Umsetzung einer Politik beeinflusst. Wir konzeptualisieren und bewerten diese Beziehung, indem wir Literatur aus der öffentlichen Verwaltung und Motivationsforschung kombinieren, Datensätze aus dem Gesundheitswesen und der Bildung verwenden und eine umfangreiche konfigurationstheoretische Analyse durchführen. Die Ergebnisse zeigen robust, dass die Erfahrung von Ermessensspielraum eine quasi-notwendige Bedingung und somit eine Voraussetzung für hohe Umsetzungsbereitschaft ist. Dieses Ergebnis entspricht eher den Bottom-up- als den Top-down-Theorien. Politikimplementierer benötigen entscheidend die Freiheit, das Programm an lokale Bedingungen anzupassen, um motiviert zu sein, eine Politik umzusetzen. Die Evidenz ermutigt Wissenschaftler und Praktiker, von der Frage, ob Frontarbeiter Ermessensspielraum erhalten sollten, zu der Frage überzugehen, wie der Ermessensspielraum von Frontarbeitern am besten genutzt werden kann.
Thomann et al. (Fri,) untersuchten diese Frage.
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