ZUSAMMENFASSUNG Dieser Artikel untersucht das Vertrauen in Frauenorganisationen als eine gender-spezifische und kontextuell eingebettete Dimension des institutionellen Vertrauens und stützt sich auf Daten von 90.192 Befragten aus 60 Ländern, die in der World Values Survey 2017–2022, der Weltbank und Varieties of Democracy erhoben wurden. Durch die Anwendung linearer multilevel gemischter Modelle wird das Vertrauen in Frauenorganisationen als eine Form feministischer Praxis konzipiert, die durch verallgemeinerte Annahmen über die gemeinsamen Interessen, Erfahrungen und Geschlechterungleichheiten von Frauen beeinflusst wird. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen signifikant mehr Vertrauen in Frauenorganisationen haben als Männer, obwohl die Größenordnung dieses Unterschieds gering ist und von Land zu Land variiert. Indem kritische transnationale feministische Theorie mit länderübergreifender quantitativer Analyse integriert wird, trägt die Studie zu den Debatten über institutionelles Vertrauen und transnationalen Feminismus bei, indem sie zeigt, wie transnationale feministische Mobilisierungsnormen global zirkulieren, aber in geopolitischen Kontexten ungleich anerkannt und institutionalisiert werden. Methodologisch verfolgt dieser Artikel einen dekolonialen und inklusiven feministischen Ansatz in der quantitativen Analyse, indem er multilevel Modelle mobilisiert, um die geospatialen Variationen im Frauenaktivismus ins Zentrum zu rücken und empirisch zu demonstrieren, wie die Politik der Differenz im Feminismus das Vertrauen in Frauenorganisationen prägt. Dadurch werden global-nordische, eurozentrische und universelle Annahmen herausgefordert, durch die der weiße Feminismus historisch Hierarchien und die Grenzen der Solidarität reproduziert hat.
Ruby Amanda Oboro‐Offerie (Sat,) hat diese Frage untersucht.