Key points are not available for this paper at this time.
Im Alltag erhalten Menschen ständig Feedback zu ihrem Verhalten, das ihre Überzeugungen über sich selbst prägt. Während klassische Studien im Bereich des sozialen Lernens darauf hindeuten, dass Menschen die Tendenz haben, besser aus guten Nachrichten zu lernen (Positivitätsbias), wenn sie wenig Möglichkeiten wahrnehmen, ihre eigene Leistung sofort zu verbessern, zeigen wir, dass das Aktualisieren gegenüber negativen Informationen verzerrt ist, wenn die Teilnehmer die Möglichkeit zur Anpassung ihrer Leistung während des Lernens wahrnehmen. In drei aufeinanderfolgenden Experimenten wandten wir einen rechnerischen Modellierungsansatz auf das Lernverhalten der Probanden an und enthüllten, dass der Negativitätsbias spezifisch für das Lernen über die eigene im Vergleich zu den Leistungen anderer war und durch vorherige Überzeugungen über das Selbst moduliert wurde, d.h. ein stärkerer Negativitätsbias bei Individuen mit geringerem Selbstwertgefühl. Soziale Angst beeinflusste die selbstbezogene Negativitätsneigung nur, wenn Individuen einem bewertenden Publikum ausgesetzt waren, was potenziell die Persistenz negativer Selbstbilder bei sozial ängstlichen Individuen erklären könnte, die häufig in sozialen Situationen sichtbar wird. Die selbstbezogene Glaubensbildung ist daher überraschend negativ verzerrt in Situationen, die Möglichkeiten zur Verbesserung suggerieren, und dieser Bias wird durch Persönlichkeitsunterschiede im Selbstwertgefühl und in der sozialen Angst geprägt.
Müller‐Pinzler et al. (Tue,) untersuchten diese Frage.