Dieser Aufsatz vertritt die These, dass Anerkennungsgerechtigkeit innerhalb der Theorie der räumlichen Gerechtigkeit und der Planungs praxis unterentwickelt bleibt. Unser Argument basiert auf einer Übersicht bestehender Theorien zur räumlichen Gerechtigkeit und einer ethnografischen Analyse eines städtischen Umstrukturierungsplans in Bogotá, Kolumbien. Wir destillieren drei Prinzipien sozial-räumlicher Gerechtigkeit aus der Literatur. Anschließend prüfen wir, wie diese etablierten Theorien der distributiven und prozeduralen Gerechtigkeit kritisiert wurden, da sie Alltagserfahrungen und epistemische Ungerechtigkeiten nicht ausreichend berücksichtigen und als top-down und undemokratisch gelten. Wir behaupten, dass sozial-räumliche Gerechtigkeitsansätze bei der Bewältigung der oft unsichtbaren, situierten und sich kontinuierlich entwickelnden Formen von Ungerechtigkeit, welche stadterneuernde Prozesse, die gerecht sein sollen, begleiten, unzureichend sind. Als Antwort schlagen wir zwei zusätzliche Prinzipien der „erfahrungsbasierten Gerechtigkeit“ vor, um die Stadtplanungstheorie und -praxis zu verbessern: die Analyse vielfältiger Ungerechtigkeitserfahrungen in situierten, realweltlichen und empirischen Kontexten sowie die Untersuchung von Ungerechtigkeit in den oft unsichtbaren, informellen und nuancierten Bottom-up-Erfahrungen der Betroffenen. Die Relevanz dieses erfahrungsbasierten Ansatzes zeigen wir anhand der ethnografischen Fallstudie des Fenicia-Dreiecks, wo ein innovativer Landmanagementplan und partizipativer Prozess von der Tradition der Enteignung und erzwungenen Vertreibung in Bogotá abweichen und eine „gerechte“ Stadtplanung exemplarisch darstellen sollen. Obwohl er distributive und prozedurale Gerechtigkeit adressierte, zeigen unsere ethnografischen Befunde, dass ein Verständnis von „erfahrungsbasierter Gerechtigkeit“ unerlässlich ist, um Anerkennungsgerechtigkeit zu vertiefen, indem es technische, finanzielle und partizipative Ziele übersteigt und die Bedeutung von Zuhause versus Haus, öffentlichen versus gemeinschaftlichen Räumen sowie die Erfahrung des Wartens anerkennt.
Building similarity graph...
Analyzing shared references across papers
Loading...
Nanke Verloo
Amsterdam University of Applied Sciences
Malena Rinaudo-Velandia
Johnny Tascón
Universidad de Los Andes
Environment and Planning A Economy and Space
University of Amsterdam
Universidad de Los Andes
Building similarity graph...
Analyzing shared references across papers
Loading...
Verloo et al. (Sun,) beschäftigten sich mit dieser Fragestellung.
synapsesocial.com/papers/69df2b49e4eeef8a2a6b041d — DOI: https://doi.org/10.1177/0308518x261427243
Synapse has enriched 5 closely related papers on similar clinical questions. Consider them for comparative context: