Nauru und Angaur, zwei abgelegene Inseln im Pazifik, wur-den während der deutschen Kolonialherrschaft als Phosphatminen erschlossen. Heute zeugen verrostete Infrastruktur und Phosphatstaub von den einst umfangreichen Bergbauaktivitäten auf beiden Inseln, die immer wieder ausgeweitet wurden, da die industrielle Landwirtschaft zunehmend auf den chemischen Dünger Superphosphat angewiesen war. In diesem Kapitel wird das industrielle Erbe des Phosphatabbaus auf Nauru und Angaur untersucht und argumentiert, dass der deutsche Kolonialismus in seiner Kontinuität mit späteren Formen des Ressourcenimperialismus – britisch, japanisch, amerikanisch und australisch – im gesamten Pazifik nachhallte, lange nachdem Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg seine Kolonien verlor. Die Frage der Dekolonialisierung des baulichen Erbes des deutschen Kolonialismus ist daher eine Frage des Nachspürens seiner Beziehung zu heutigen Formen des Imperialismus in der Region.
Jasper Ludewig (Wed,) studied this question.