Hintergrund und Ziele Kontinuierliches Qualitätsmonitoring mit standardisierten Schlaganfallregistern ist essenziell, um Versorgungslücken zu identifizieren und Verbesserungsmaßnahmen zu steuern. Ziel war die Bewertung der quartalsweisen Entwicklung der Versorgungsqualität bei akutem ischämischem Schlaganfall über ein Kalenderjahr an einem tertiären Schlaganfallzentrum anhand nationaler registerbasierter Indikatoren. Methoden Es wurde eine retrospektive longitudinale Analyse prospektiv erhobener Registerdaten vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025 (Q1-Q4) durchgeführt. Zentrale Indikatoren umfassten Schlaganfallvolumen, Schweregrad bei Aufnahme (NIHSS), prähospitale Parameter, Bildgebungsleistung, Nutzung und Ablaufzeiten der Revaskularisationstherapie sowie Entlassungsergebnisse. Trends wurden deskriptiv über die Quartale analysiert. Ergebnisse Insgesamt wurden 175 Schlaganfallpatienten behandelt (Q1: 79; Q2: 28; Q3: 35; Q4: 33). Der mediane NIHSS bei Aufnahme sank im Zeitverlauf (Q1: 14; Q3-Q4: 11). Die mediane Zeit von Symptombeginn bis zum Eintreffen im Krankenhaus verbesserte sich von 240 Minuten (Q1) auf 130–153 Minuten (Q2-Q3), mit einem leichten Anstieg auf 140 Minuten in Q4. EMS-Voranmeldung stieg transient in Q3 auf 17%, blieb aber insgesamt niedrig. Die Hirnbildgebung erfolgte ganzjährig in 100% der Fälle, mit einer Verbesserung der Tür-zu-Bildgebung-Zeit von 26 Minuten (Q1) auf 20 Minuten (Q3-Q4). Die Rate der intravenösen Thrombolyse erreichte mit 43% in Q3 ein Maximum, korrespondierend mit höheren Rekanalisationsraten (50%), während in Q4 die Thrombolysenutzung zurückging und die Tür-zu-Nadel-Zeiten länger wurden. Die Anwendung der endovaskulären Thrombektomie stieg moderat auf bis zu 15%. Der mediane NIHSS bei Entlassung verbesserte sich von 6 (Q1) auf 4–5,5 (Q3-Q4), während der mRS bei Entlassung stabil blieb. Schlussfolgerungen Die registerbasierte Überwachung zeigte Verbesserungen im Bildgebungsablauf und neurologischen Outcomes sowie Schwankungen in der Nutzung der Revaskularisationstherapien. Kontinuierliche Qualitätskontrolle ist unerlässlich, um die Akutversorgung beim Schlaganfall nachhaltig zu sichern und zu optimieren. Interessenkonflikt Keine Angabe
Anita Arsovska (Fr.,) analysierte diese Fragestellung.