Mit der Ratifizierung der Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes wurde die Bewahrung immaterieller kultureller Praktiken als normativ bindender Rahmen internationaler Kulturpolitik etabliert. Diese Entwicklung hat das Feld in den Mittelpunkt zeitgenössischer Diskurse über kulturelle Vielfalt, nachhaltige Entwicklung und Identitätsrevitalisierung gerückt. In Bosnien und Herzegowina (BiH) vollziehen sich die Prozesse der Institutionalisierung des Schutzes immateriellen Erbes unter komplexen Bedingungen asymmetrischer verfassungsrechtlicher Kompetenzverteilung, normativer Fragmentierung und funktionaler Zuständigkeitsverstreuung, was in der Abwesenheit eines kohärenten und koordinierten Systems der Kulturpolitik resultiert. Das Papier konzentriert sich auf die Bewertung des Potenzials integrierter und strategisch strukturierter Verwaltung immaterieller kultureller Güter, um Synergieeffekte zwischen kultureller Aufwertung, lokaler Nachhaltigkeit und transnationaler Anerkennung zu erzeugen. Methodisch wendet diese Studie eine kritische, vergleichend-analytische Interpretation des institutionellen und rechtlichen Rahmens von BiH an, mit besonderem Bezug auf die Stellung des immateriellen Kulturerbes in strategischen Politikdokumenten. Die Analyse des nationalen Registers, einschließlich der auf den UNESCO-Listen eingetragenen Elemente, unterstreicht den dringenden Bedarf an intersektoralen und transdisziplinären Mechanismen zur Bewahrung und Aufwertung des Kulturerbes als Instrumente der Kulturpolitik, die darauf abzielen, kollektive Identität zu stärken, Kulturtourismus zu fördern und BiH innerhalb der globalen Kulturlandschaft zu positionieren.
Živak et al. (Sun,) untersuchten diese Frage.
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