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ZWECK: Die Stimmentherapie mit einem semi-okkludierten Stimmtrakt hat eine lange Geschichte. Der Einsatz von Lippenrullern, Zungenrullern, bilabialen Frikativen, Summen und Phonation in Röhren oder Strohhalmen wurde von Kliniken, Gesangslehrern und Stimmtrainern als wirksam für Training und Rehabilitation gepriesen. Es wurde jedoch wenig unternommen, um die wissenschaftlichen Grundlagen zu liefern. Ziel der Studie war es, die zugrunde liegenden physikalischen Prinzipien hinter den Trainings- und Therapieansätzen zu untersuchen, die semi-okkludierte Stimmtrakthaltungen nutzen. METHODE: Computermodellierung mit einem selbstschwingenden Stimmlippemodell und einem 44-segmentierten Stimmtrakt wurde verwendet, um die Quellen-Filter-Interaktionen für Lippen- und epilarynx Röhren-Semiokklusionen zu erläutern. ERGEBNISSE: Eine Semiokklusion im vorderen Teil des Stimmtraktes (an den Lippen) erhöht die Quellen-Trakt-Interaktion, indem sie die mittleren supraglottalen und intraglottalen Drücke anhebt. Die Impedanzanpassung durch Stimmlippenadduktion und Verengung des epilarynx Tubus kann dann die Stimme effizienter und wirtschaftlicher (in Bezug auf Gewebe-Kollisionen) machen. SCHLUSSFOLGERUNG: Die wirksamen Effekte einer Lippen-Semiokklusion können auch für nicht-okkludierte Stimmtrakte durch eine Kombination aus Stimmlippenadduktion und Anpassungen des epilarynx Tubus realisiert werden. Es wird argumentiert, dass Therapieansätze entwickelt wurden, um die glottale Impedanz an die Eingangsimpedanz des Stimmtraktes anzupassen.
Ingo R. Titze (Sat,) untersuchte diese Frage.