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Der Autor bietet ein konzeptionelles Rahmenwerk zum Verständnis der Unterschiede zwischen prosozialen, individualistischen und wettbewerbsorientierten Orientierungen. Während traditionelle Modelle die prosociale Orientierung in Bezug auf die Verbesserung gemeinsamer Ergebnisse konzipieren, schlägt der Autor ein integratives Modell der sozialen Wertorientierung vor, in dem die prosociale Orientierung sowohl in Bezug auf die Verbesserung gemeinsamer Ergebnisse als auch auf Gleichheit in den Ergebnissen verstanden wird. Im Einklang mit diesem integrativen Modell war die prosociale Orientierung (im Vergleich zu individualistischen und wettbewerbsorientierten Orientierungen) mit größeren Tendenzen verbunden, sowohl gemeinsame Ergebnisse als auch Gleichheit in den Ergebnissen zu fördern; zusätzlich waren beide Ziele positiv assoziiert (Studie 1). Konsistent mit den interaktionsrelevanten Implikationen dieses Modells war die prosociale Orientierung stark mit Gegenseitigkeit verbunden. Im Vergleich zu Individualisten und Wettbewerbsorientierten waren Prosocials eher bereit, das gleiche Maß an Zusammenarbeit zu leisten wie der interdependente Andere (Studie 2) und das gleiche Maß an Zusammenarbeit zu leisten, wie sie vom interdependenten Anderen erwarteten (Studie 3). Vermutlich könnten Muster sozialer Interaktion relativ leicht verstanden werden, wenn Individuen dazu neigen, im Einklang mit „rationalem Eigeninteresse“ zu handeln. Die Motivationen, die Individuen in soziale Interaktionen einbringen, scheinen jedoch breiter und vielschichtiger zu sein als das einfache Streben nach persönlichen Ergebnissen. Eine verbreitete breitere Motivation ergibt sich aus den Tendenzen, die Ergebnisse eines Dyaden, einer Gruppe oder eines Kollektivs zu verbessern, selbst wenn solche Handlungen für das Individuum recht kostspielig sind (z.B. Spenden für öffentliche Güter, Akte der Selbstaufopferung in Beziehungen). Die Verfolgung gemeinsamer Ergebnisse hat in der Literatur über experimentelle Spiele, Kooperation und Wettbewerb (z.B. Kelley McClintock Lind & Tyler, 1988) ziemlich viel Aufmerksamkeit erhalten. Wie sind die breiteren Motivationen der Verbesserung gemeinsamer Ergebnisse und der Verbesserung der Gleichheit in den Ergebnissen zu verstehen? Operiert jede dieser Motivationen isoliert oder gemeinsam? Könnte es sein, dass viele Menschen sowohl gemeinsame Ergebnisse als auch Gleichheit in den Ergebnissen verfolgen, oder schließen sich diese Motivationen gegenseitig aus? Diese Forschung behandelt soziale Wertorientierung, ein Konzept, das das postulat des rationalen Eigeninteresses theoretisch erweitert, indem es annimmt-.
Paul A. M. Van Lange (Sonntag) hat diese Frage untersucht.