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Als ein durch und durch effektiver ‚Grenzbegriff‘, der in der Lage ist, disparate Gruppen auf der Grundlage einer breiten gemeinsamen Agenda zu verknüpfen, hat sich ‚Nachhaltigkeit‘ weit von seiner technischen Assoziation mit der Forstwirtschaft in Deutschland im achtzehnten Jahrhundert entfernt. In den 1980er und 1990er Jahren definierte es – für einen bestimmten historischen Moment – eine Schlüssel-Debatte von globaler Bedeutung und brachte eine Koalition von Akteuren – über Regierungen, Bürgergruppen, Wissenschaft und Wirtschaft hinweg – in vielleicht ohnegleichen Erscheinung hervor. Dass sie sich nicht über alles einig waren (oder oft überhaupt etwas von den technischen Definitionen des Begriffs wussten), war nicht der Punkt. Die Grenzarbeit, die im Namen der Nachhaltigkeit geleistet wurde, schuf einen wichtigen Schwung für Innovationen in Ideen, politische Mobilisierung und politische Veränderungen, insbesondere im Zusammenhang mit der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung (UNCED), die 1992 in Rio stattfand. All dies führte natürlich nicht zu allem, was die Befürworter im Zentrum solcher Netzwerke sich vorgestellt hatten, und heute ist die Debatte weitergezogen, mit anderen Prioritäten und neuen Akteuren und Netzwerken. Doch, so argumentiert der Autor, mindert dieser Wandel nicht die Macht der Nachhaltigkeit als Schlagwort: als ein weiterhin kraftvoller und einflussreicher Treffpunkt von Ideen und Politik.
Ian Scoones (Mittwoch) hat diese Frage untersucht.