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Zusammenfassung Die östlichen Italienischen Alpen (Südtirol) sind ein Verbindungsgebiet zwischen dem kontinentalen Italien und den nördlichen Alpen. Verschiedene lokale Faktoren, wie die heterogene Umwelt, komplexe historische Ereignisse und unterschiedliche Mobilitätsmuster, könnten die genetische Zusammensetzung frühmittelalterlicher alpiner Gruppen beeinflusst haben. Derzeit sind jedoch keine antiken genetischen Daten aus diesen Gruppen verfügbar. Diese Studie liefert ein erstes Bild der antiken mitochondrialen DNA (mtDNA) Vielfalt alpiner Gruppen aus vier Standorten in Südtirol (Adige, Isarco, Venosta und Meran). Insgesamt wurden 94 antike Mitogenome von Individuen (datierte zwischen 400 und 1100 n. Chr.) durch Shotgun-Sequenzierung und einen mtDNA-Capture-Ansatz rekonstruiert. Darüber hinaus wurden stabile Isotopenverhältnisse (δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) in einer Teilmenge von 32 Individuen analysiert. Die Ergebnisse zeigen unterschiedliche mtDNA-Haplogruppendistributionen zwischen den alpinen Standorten und das Vorhandensein seltener Linien neben einer möglichen mütterlichen Verwandtschaft zwischen Individuen, die in denselben und in verschiedenen archäologischen Kontexten begraben wurden. Die Studie zeigt auch Unterschiede in den genetischen und Mobilitätsmustern (δ 34 S) zwischen Individuen aus den zentralen und nordöstlichen Bereichen (Adige, Meran, Isarco) und denen aus dem nordwestlichen Teil von Südtirol (Venosta). Diese Ergebnisse deuten auf genetische Austauschprozesse mit allochthonen Menschen in der ersten Gruppe hin, die wahrscheinlich mit einer hohen Mobilität und mit geomorphologischen, historischen und sozial-kulturellen Faktoren verbunden sind. Vergleiche mit heutigen alpinen Populationen deuteten ebenfalls auf eine mütterliche genetische Kontinuität in diesem alpinen Gebiet hin. Schließlich boten die stabilen Isotopdaten (δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) weiteren Beleg für regionale Unterschiede in der Ernährung früherer alpiner Gruppen, die möglicherweise mit Höhenlage und/oder sozialem Status zusammenhängen.
Coia et al. (Do,) untersuchten diese Frage.