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In der Literatur konzentrieren sich Erklärungen für die Unterstützung populistischer radikaler rechter (PRR) Parteien normalerweise auf die soziostrukturellen Beschwerden der Wähler, politische Unzufriedenheit oder politische Positionen. Dieser Artikel schlägt eine zusätzliche und möglicherweise übergeordnete Erklärung vor: gesellschaftlicher Pessimismus. Das zentrale Argument ist, dass der nostalgische Charakter der PRR-Ideologie mit dem gesellschaftlichen Pessimismus ihrer Wähler resoniert. Anhand von Daten der Europäischen Sozialerhebung aus dem Jahr 2012 vergleicht die Studie die Ebenen des gesellschaftlichen Pessimismus unter PRR-, radikal linken, mainstream linken und mainstream rechten (MR) Wählern in acht europäischen Ländern. Die Ergebnisse zeigen, dass gesellschaftlicher Pessimismus in einer geneigten U-Form verteilt ist, wobei die höchsten Werte tatsächlich bei PRR-Wählern zu beobachten sind, gefolgt von radikal linken Wählern. Gesellschaftlicher Pessimismus erhöht die Wahrscheinlichkeit eines PRR-Votums (verglichen mit einem MR-Votum) unter Kontrolle einer Reihe etablierter Faktoren. Weitere Analysen zeigen, dass gesellschaftlicher Pessimismus die einzige Einstellung ist, zu der MR- und PRR-Wähler gegensätzliche, extreme Positionen einnehmen. Schließlich gibt es erste Hinweise darauf, dass gesellschaftlicher Pessimismus durch verschiedene spezifischere ideologische Positionen kanalisiert wird, die von PRR-Wählern eingenommen werden, wie zum Beispiel der Opposition gegen Einwanderung.
Steenvoorden et al. (Mi,) haben diese Frage untersucht.