Die Kontroverse über die Bedeutung der ökotheologischen oder schöpfungsspirituellen Ansätze scheint in einem Stillstand zu sein. Die Unterstützer und die Gegner scheinen nicht einmal in der Lage zu sein, miteinander zu kommunizieren. Einerseits schreibt Celia Deane-Drummond beispielsweise in ihrer Ökotheologie (2008:x): ‚Ich finde es erstaunlich, dass es an vielen theologischen und religionswissenschaftlichen Fakultäten keine Kurse zur Ökotheologie gibt.‘ Matthew Fox fragt in seiner Schöpfungsspiritualität (1991:xii) verzweifelt: ‚Muss ich die Umweltprobleme unserer Zeit auflisten, die in unserer Kultur praktisch unbeachtet bleiben?‘ Andererseits sind evangelikale Christen für ihren ökologischen ‚Blinden Fleck‘ (Davis 2000) bekannt, zumindest bis vor kurzem. Pfingstliche Verfechter des Wohlstandsevangeliums predigen einen Konsum-Lebensstil für alle Christen, der nicht sehr umweltfreundlich ist (vgl. Kroesbergen 2013). Selbst im mainstream Christentum finden wir zum Beispiel den bekannten Theologen Robert Jenson, der in seiner Systematischen Theologie: Band 2 (1999:113, Anm. 2) schreibt: ‚Jüngste Wellen von „Schöpfungsspiritualität“ sind einfach Abfall zu Heidentum. Und ein solches unbewachtes, sogar ungerechtfertigtes Urteil wird von der Kirche gefordert.‘ Wir finden Ökotheologen, die nicht verstehen, dass nicht jeder mit ihnen einverstanden ist, auf der einen Seite, und gegnerische Theologen, die nicht einmal das Bedürfnis verspüren, gegen sie zu argumentieren, auf der anderen Seite. Was wäre notwendig, um die Kommunikation zwischen Befürwortern von Ökotheologie oder Schöpfungsspiritualität und deren Gegnern wieder zu eröffnen?
Hermen Kroesbergen (Thu,) hat diese Frage untersucht.