Medienkontrolle umfasst vielschichtige und amorphe Phänomene, die eine Vielzahl von Formen, Werkzeugen und Praktiken kombinieren. Heute findet Medienkontrolle in einem Bereich statt, in dem nationale Politik auf globale Technologie trifft, was zu Praktiken führt, die sowohl Merkmale der (globalen) Plattformen als auch der Möglichkeiten der nationalen Politik aufweisen. An der Schnittstelle dieser Bereiche versuchen wir, die aktuellen Praktiken der Medienkontrolle und die Wege, auf denen sie möglicherweise widerstanden werden kann, zu verstehen. Diese thematische Ausgabe ist ein Versuch, konzeptionelle, methodische und empirische Beiträge zusammenzubringen, um die wissenschaftliche Diskussion über Medienkontrolle zu überarbeiten. Zunächst versammeln die Autoren dieser thematischen Ausgabe den Begriff der Medienkontrolle selbst neu, indem sie ihn nicht als ganzheitlich und diskret (Kontrolle vs. Freiheit) betrachten, sondern ihn aus einer kritischeren Perspektive mit verschiedenen Modi und Regimen ansehen. Zweitens bringt diese thematische Ausgabe eine „Mikro“-Perspektive in das Verständnis und die Theorie der Medienkontrolle ein. Im Vergleich zu strukturellen und institutionellen Perspektiven auf Kontrolle konzentriert sich diese Perspektive auf die Handlungsmacht verschiedener Akteure (Objekte und Subjekte von Mediendruck) und deren Praktiken, Motivationen und Ressourcen, mit denen sie Kontrolle ausüben oder ihr widerstehen. Diese Ausgabe enthält Fälle aus einer breiten Palette von Ländern mit politischen Systemen, die von Demokratie bis zu wahlautoritären Regimen reichen, und lenkt auch die Aufmerksamkeit auf die Frage, wie Medienkontrolle mit dem Regimetyp in Beziehung steht.
Dovbysh et al. (Do.) haben diese Frage untersucht.