Key points are not available for this paper at this time.
In den letzten Jahren wurde der Fortschritt im Bereich der Lügendetektion mit technologischen Fortschritten von klassischen Polygraphen bis hin zu neurowissenschaftlicher Gehirnbildgebung in Verbindung gebracht. In unserer empirischen Untersuchung fanden wir jedoch unterschiedliche Auffassungen von Fortschritt, die nicht dem populären Verständnis von Fortschritt als technologischer Innovation entsprechen. Wir begleiten die Benutzer von Lügendetektionverfahren in Deutschland, um herauszufinden, wie sie scheinbar alte Technologien annehmen und diese im Hinblick auf Neuerungen und Verbesserungen rahmen. Wir identifizieren zwei Auffassungen von Fortschritt: eine Sichtweise des Polygraphs im juristischen Bereich als Instrument für prozessuale Gerechtigkeit und eine andere Sichtweise, in der das Gerät als Symbol für Offenheit gegenüber Verbesserungen im Justizsystem fungiert. Diese Erkenntnisse ergänzen die zeitgenössische Forschung zur Lügendetektion, indem sie die Rhetorik des Fortschritts in Bezug auf die Versprechen von hirnbasierten Lügendetektionverfahren kritisch beleuchten. Bei der Analyse der Art und Weise, wie Polygraphentests als Fortschritt angesehen werden, wird deutlich, dass die Versprechen und Hoffnungen, die mit dieser Technologie verbunden sind, für ihre Bewertung von größerer Relevanz sind als ihre zeitliche Einordnung.
Paul et al. (Sun,) untersuchten diese Frage.