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Hintergrund: Antibiotika gehören zu den am häufigsten verschriebenen Arzneimitteln in der Notaufnahme (ED), und dennoch sind Daten zur allgemeinen Angemessenheit der Verschreibung von Antibiotika in der ED selten. Ziele: Die Angemessenheit der Verschreibung von Antibiotika in der ED zu beschreiben. Methoden: Eine retrospektive, beobachtende Studie über die aktuelle Praxis. Alle Patienten, die sich während des Studienzeitraums in der ED vorstellten und mindestens ein Antibiotikum verschrieben bekamen, wurden einbezogen. Spezialisten aus den Bereichen Infektionskrankheiten, Mikrobiologie und Notfallmedizin sowie ein leitender Apotheker bewerteten die Angemessenheit der Antibiotikaverschreibung anhand evidenzbasierter Richtlinien. Ergebnisse: Insgesamt betrafen 1019 (13,6%) der Patientenpräsentationen die Verschreibung von mindestens einem Antibiotikum. Davon wurden 640 (62,8%) Antibiotikaverschreibungen als angemessen eingeschätzt, 333 (32,7%) als unangemessen und 46 (4,5%) als nicht bewertbar. Erwachsene erhielten eher eine unangemessene Antibiotikaverschreibung als Kinder (36,9% gegenüber 22,9%; Differenz 14,1%, 95% CI 7,2%-21,0%). Patienten, die die Kriterien der schnellen Sepsis-assoziierten Organversagen-Bewertung (qSOFA) erfüllten, erhielten eher unangemessene Antibiotika (56,7% gegenüber 36,1%; Differenz 20,5%, 95% CI, 2,4%-38,7%). Es gab keinen Unterschied in der Häufigkeit der angemessenen Antibiotikaverschreibung basierend auf dem Geschlecht der Patienten, der Verlegung (aufgenommen/entlassen), dem Grund für die Antibiotikagabe (Behandlung/Prophylaxe) oder der Schichtzeit (Tag/Nacht). Schlussfolgerungen: Eine unangemessene Verabreichung von Antibiotika kann zu unnötigen unerwünschten Ereignissen, Behandlungsfehlern und antimikrobieller Resistenz führen. Da mehr als ein Drittel der Antibiotikaverschreibungen in der ED als unangemessen eingeschätzt werden, besteht ein dringender Bedarf an Initiativen zur Verbesserung der Verschreibung von Antibiotika, um schadensverursachende Antibiotika-assoziierte Ereignisse für Patienten und Gemeinschaften zu verhindern.
Denny et al. (Thu,) haben diese Frage untersucht.